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Raumzellen
Allgemeines
Die Stahlbeton-Raumzelle
stellt einen mindestens vierseitig geschlossenen,
in Folge der biegesteifen Eckausbildungen selbsttragenden,
raumum- schließenden, dünnwandigen, vorzugsweise
in einem Guss hergestellten, Betonteil dar. In Folge
moderner Schalungstechnik sind die Rastermaße
l x b sehr flexibel wählbar. Die Längen
bewegen sich zwischen 5,5 bis 9,0 m, die Breiten
zwischen 2,7 und 4,0 m. Die Höhen sind variabel
zwischen 2,5 bis 3,50 m. Die Dicke der schalglatten
Wände beträgt je nach statischem Erfordernis
6 – 14 cm, die Deckenstärke beläuft
sich auf 8 – 15 cm.
Stahlbeton-Raumzellen werden bei Fertigkellern,
Fertighäusern, im Reihenhausbau,
sowie im Hotel-, Heim-
und Haftanstaltenbau, bei Büro-
und Gewerbegebäuden, im Fertiggaragen-,
aber auch, im Tiefgaragenbau eingesetzt.
Weitere
Anwendungen sind:
Fertignasszellen, Kioske, Trafostationen,
Gasdruckregelungsstationen, Boxen
für Müllcontainer und Sammelboxen für
Problemstoffe.
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Raumzellen für Wohn-Doppel-
und Reihenhäuser
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Grundsätzliches
Das Bestreben, vorgefertigte Teile (Fertigteile)
aus Beton, Stahl-
beton oder Leichtbeton auch für Wohn- und/oder
Zweckbauten herzustellen, ist so alt wie die Herstellung
von Betonwaren selbst.
Bei modernen Herstellungsmethoden sind nun auch
immer mehr die Realisierung von Kunden- und Nutzungsanforderungen
möglich, die selbst bei konventionell hergestellten
Bauten oft nicht so einfach umzusetzen sind. So
sind z.B. Bauzeiten, Oberflächen und Genauigkeiten
im Werk herstellbar, die konventionell nur mit,
wenn überhaupt, Mehraufwand und somit Kosten
bewältigt werden können.
Die Herstellung einzelner „veredelter“
Teile eines Gebäudes wie z.B. Wandelemente
mit eingebauten Elektrorohren, Verkabelungen und
Dosen/Stecker, setzt sich nahezu logisch in der
Produktion von im Herstellerwerk zusammengesetzten
Hausteilen, so genannten Raumzellen fort.
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Raumzelle auf einer Fertigungsstraße
im Herstellerwerk
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Die Aufgliederung z.B. eines gesamten
massiven Geschoßes in einzelne Raumzellen
werden in der Regel nur mehr von Randbedingungen
begrenzt, mit dem Hersteller wenig zu tun haben.
Zumeist sind es Transportbeschränkungen, die
eine noch effizientere Vorfertigung unterbinden.
Worin liegt nun die Aufgabe bei der Planung von
massiven Raumzellen? Überlegungen dazu sind:
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a) Qualitätsverbesserung:
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• Durch eine Produktion im überdachten
Werk lassen sich bessere Arbeitsbedingungen mit
entsprechend höherer Arbeitsleistung als auf
der Baustelle schaffen, auch im Hinblick auf die
Qualität.
• Der auch derzeit trotz hoher Arbeitslosigkeit
im allgemeinen Bauwesen weiterhin große Mangel
an Facharbeitern kann bei Werksfertigung
durch Anlernen leichter ausgeglichen werden.
• Bei Typenschalungen oder
bei großen Serien werden Stahlschalungen
verwendet, mit denen eine hohe Maßgenauigkeit
erreicht werden kann. Dadurch und in Verbindung
mit geringeren Tolleranzen bei der Montage gegenüber
konventionellen Bauverfahren lässt sich eine
noch größere Maßhaltigkeit des
gesamten Baues erreichen.
• Bei der Werksfertigung lässt sich eine
gezieltere Betonqualität erreichen. Die Gründe
liegen in der Verwendung von steiferen Betonen mit
geringerem W/B-Wert und im Einsatz von mechanisierten
Verdichtungsverfahren. Betonarten, wie Leichtbeton,
Faserbeton, selbstverdichtender Beton (SCC), usw.
sind in Kombination mit den Fertigteilen eigenen
Konstruktionsregeln, die in den Fertigteilnormen
verankert sind, noch vorteilhafter einsetzbar.
• Nur bei Werksfertigung lassen sich architektonisch
strukturierte und farblich gestaltete Betonbauteile
herstellen.
• Fassaden werden bereits, bis auf den das
gesamte Haus in einem Arbeitsgang überziehenden
farbigen Endabrieb, samt Wärmedämmung,
Netzung und Spachtelung mit Fensterlaibung und Fensterbretter
im Werk hergestellt.
• Durch eine stationäre Fertigung lässt
sich wie in anderen Industriebereichen außerhalb
des Bauwesens, ein effizienteres Qualitätsmanagement
realisieren. Die Qualitätsverbesserung wird
auch durch die Möglichkeiten einer wirkungsvolleren
Qualitätskontrolle im Werk gegenüber der
Baustelle erreicht. Hier wird z.B. zu festgesetzten
Zeiten betoniert, so dass gezielt eine Bewehrungsabnahme
erfolgen kann.
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b) Verringerung der Herstellungskosten:
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• Einer der Hauptzwecke des Betonfertigteilbaues
ist eine Reduzierung der Schalungskosten. Mehrere
Teile können in derselben Schalung gefertigt
werden dabei ist natürlich eine Große
Serie von Vorteil. Da dies aber oft nicht erreichbar
ist, ist es wichtig, die fertigungstechnischen Zwänge
für eine Variantenkonstruktion zu kennen. Fertigungsgerechte
Schalungs-
formen (z.B. starre Schalungen mit wenig abklappbaren
Teilen)
erfordern zwar ein fertigungsgerechtes Konstruieren,
führen aber dann zu hohen Schalungseinsätzen.
• Ein weiterer Grund für den Fertigteilbau
war zweifellos von vornherein die Reduzierung bzw.
der völlige Wegfall der Gerüstkosten.
• Durch die durch Werksfertigung mögliche
Mechanisierung und Automatisierung ist eine beträchtliche
Verminderung der Arbeitsstunden erreichbar.
• Eine Materialersparnis ergibt sich aus der
Möglichkeit, dünne Bauteilquerschnitte
entsprechend den statischen Erfordernissen zu gestalten.
Dies auch mit Baustoffen und Konstruktionen die
speziell im Fertigteilbau eingesetzt werden und
dem Kunden verschiedenste Vorteile in der Nutzung
seines Wohnhauses bieten (FT-Kamine, ….)
• Vorspannung kann leicht mit sofortigem Verbund
im Spannbett realisiert werden.
• Also keine Unterstellungen oder Ausrüstzeiten
vor Ort.
• Oft wichtiger und entscheidender sind die
indirekten Preisvorteile des Fertigteilbaues:
So übersteigen bei konventionellen Gebäuden
die Endpreise häufiger die veranschlagten Kosten.
Ein Preisvorteil ergibt sich auch – besonders
in Hochzinsperioden- durch Zinsersparnis in Folge
kürzerer Bauzeiten.
• Ein beträchtlicher Kostenfaktor für
ein Fertigteilwerk sind natürlich die Transportkosten,
die den Aktionsradius und damit den möglichen
Markt eines Fertigteilwerkes und somit seine Größe
eingrenzen.
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Transporteinheit
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c) Verkürzung der Bauzeit
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• Ein großer Vorteil des Fertigteilbaues
ist die mögliche Bauzeit-
verkürzung. So können z.B. Wand-
und Deckenelemente gleichzeitig als Raumzellen produziert
werden, sogar bevor noch der Aushub für die
Fundamente erfolgt. Dies insbesondere bei Verwendung
von Fertigteilkellern (Doppelwände, ….).
Die Produktion und weitgehend auch die Montage können
über den Winter
erfolgen.
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• Es bedarf keiner aufwendigen Baustelleneinrichtung.
Der Rohbau ist nach seiner Errichtung trocken und
sofort belastbar.
• Die mit der Verkürzung der Bauzeit
verbundenen Einsparungen an Finanzierungskosten
und die Möglichkeit von frühzeitigeren
Nutzungserträgen sind maßgebende Gründe
für den FT-Bau, die oft zu gering bewertet
werden.
• Nicht übersehen darf man dabei allerdings
die für Bauwerke aus Stahlbetonfertigteilen
oft höheren Planungsaufwendungen
im Vorfeld. Diese können aber andererseits
wieder, sofern man ein typisiertes Fertigteilsystem
verwendet, wesentlich reduziert werden. Die ersten
CAD-Anwendungen im Stahlbetonbau stammen aus dem
Fertigteilbau.
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Entwurf
von Raumzellen |
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Der Entwurf und/oder die Konstruktion in Hinblick
auf die Fertigung, Montage und Nutzen durch den
Kunden kann im Vorfeld so aufeinander abgestimmt
werden, dass für Bauzustände, Kundenwünsche,
Ausstattungen, Anpassungen, usw. Rücksicht
genommen wird.
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Disziplinübergreifende Fertigung im Werk
– Eine Herausforderung:
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Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe ist
die Verbindung von reinem „Fertigteildenken“
mit den allgemeinen Anforderungen seitens Behörden
und Koordinationsaufgaben eines Baumeisters;
letzteres besonders in Hinblick auf Haustechnik
und Ausführung.
Denn nun sind die länderspezifische Bauordnungen
(Bautechnikverordnung) zu berücksichtigen,
die Bemessungen für Heizlasten, Leitungsdimensionierungen,
Elektrotechnikverordnungen und vieles andere mehr
nun auch für das sonst in der Regel nicht so
unmittelbar mit Baumeistertätigkeiten (Planung
und Ausführung) verbundenen FT-Werk relevant.
Nicht zuletzt kommt es auch zur Verknüpfung
von Fertigteilen und anderen Gewerken. Jene Gewerke
die im konventionellen Bau erst im Ausbau auf der
Baustelle ihre Arbeit aufnehmen, werden nun bereits
im Herstellerwerk vollständig oder zumindest
vorbereitend durchgeführt.
Disziplinen wie Bauphysiker, Statiker, Stahlbetonbauer,
Installateur, Elektriker, Maler, Tischler, Fensterbauer
und vieles andere mehr werden nun im Werk nicht
nur in der Planung sondern auch in der Herstellungshalle
vollzogen, das heißt alle diese Gewerke arbeiten
nicht vor Ort sondern im Herstellerwerk, in einer
vom Wetter geschützten Halle.
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Haustechnik einer Raumzelle
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Dadurch können aber auch, weil schon bei den
Überlegungen der Grundkonstruktion berücksichtigt,
Eigenschaften von Baustoffen, Bauweisen, Nutzungswünsche
vom Kunden, moderne Haus-
techniken, usw. optimal eingesetzt und ausgenutzt
werden. Niedrigenergiehäuser sind somit nahezu
Standard. Passivhäuser sind nur mehr von der
doch auch von den Bauherren zu tragenden intensiven
Haustechnik und ggf. Lage/Form des Gebäudes,
wenn überhaupt, begrenzt. Alle diese Überlegungen,
die hier als Ausschnitt erwähnt wurden, enden
bei Raumzellen für den Wohnhausbau
in der Umsetzung und somit Herstellung Einzelteilen
die nach dem Zusammensetzen einen gesamten Teil
eines Geschoßes oder Raumes bilden.
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| Boden (z.B. vom
EG) |
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Raumzelle |
| Wände
(Außen- und Innenwände) |
| Decke (z.B. über
EG) |
Diese Teile im Herstellerwerk mit den folgenden
Gewerken und Materialien noch veredelt:
• Elektroarbeiten: Leerrohre,
Verkabelungen, Schalter/Stecker, Strom, TV, SAT,
Computer, Verteilerkasten
• Installationsarbeiten:
Kalt- und Warmwasser, Sanitärgeräte (Waschtisch,
Dusche, Badewanne, WC , ….), Heizgerät,
Heizungsradiatoren samt Leitungen • Fliesenleger:
Boden und Wand
• Innenausbauer: Massiv oder
Leichtbauwände
• Fassader: Wärmedämmung
an der Fassade und Dach im Werk
• Fensterbauer: Fenster und
Fensterbretter (außen und innen)
• Zimmerer: Dachelemente
• Bodenleger: Teppich, Laminat,
….
• Maler:
• Tischler: Türen und
gesamte Treppe
• Dachelemente: Innenschale
zum Wohnraum fertig, wärmegedämmt,
Konterlattung und Lattung, Dampfdiffusions-
offene Folie.
• Kücheneinbau: Gesamte
Küche im Werk nach Kundenwunsch eingebaut.
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Veredelte Räume (verfliest
mit Sanitäreinrichtung) als Teil einer Raumzelle
im Herstellerwerk
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Ziel ist es, alle „sinnvollen“ Arbeiten
im Werk zu tätigen. „Sinnvoll“
ist in diesem Zusammenhang so zu verstehen, dass entweder
Bauteile, Professionisten-arbeiten, usw. vollständig
oder zumindest im Werk so vorbereitet werden, dass
auf der Baustelle nur mehr, wenn überhaupt, der
Zusammenschluss zwischen den Raumzellen erfolgen muss
(z.B. Schließen der Heizungskreises über
mehrere Raumzellen hinweg). |
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