| |
|
 |
 |
 |
 |
 |

|
|
Brandschutz.
Massive Baustoffe haben große Vorteile
im Brandfall: Sie sind unbrennbar, entwickeln weder
Rauch noch giftige Dämpfe und verzögern
darüber hinaus auch die Brandausbreitung in
benachbarte Räume und Gebäude.
Untersuchungen am ehemaligen Institut für
Baustoffl ehre, Bauphysik und Brandschutzder TU
Wien haben ergeben, dass das Brandrisiko im Wohnbau
entscheidend von der Bauweise der betroffenen Gebäude
abhängt.
Massive Bauten sind gegen Fehler in der Bauausführung
und bei Installationen weitgehend unempfi ndlich,
das heißt, die Konstruktion ist ohne besondere
Maßnahmen brandsicher herstellbar. Dieser
Faktor verdient besondere Beachtung, denn durch
den vielfältigen Einsatz neuer Technologien
in Privathaushalten werden immer mehr Leitungen
verlegt.
Ausschlaggebend für die Sicherheit ist vor
allem die Tragfähigkeit aller Wände, Stützen,
Decken und anderer Bauteile. Im Falle eines Brandes
bleibt die Standfestigkeit eines massiven Gebäudes
erhalten. Das bringt nicht nur Vorteile bei der
Brandbekämpfung, massive Häuser sind nach
einem Brand auch leichter zu sanieren.
Das Brandrisiko im Wohnbau hängt entscheidend
von der Bauweise ab.
|
| |
|
TOP |
| |
|
|
Schallschutz |
|
Lärm ist eine der am
stärksten spürbaren Umweltbelastungen.
Neben der Wahl der richtigen schalldämmenden
Baustoffe kommt es auch auf die fachgerechte Verarbeitung
und die Einhaltung der Regeln für einen effektiven
Schallschutz an. Grundsätzlich kann gesagt
werden, dass der Schallschutz eines Baustoffes mit
dessen Raumgewicht zunimmt.
Lärm im Wohnbereich kann entweder von außerhalb
des Gebäudes kommen oder innerhalb des Gebäudes
entstehen. Der Lärmschutz im Freien erfolgt
vor allem durch Lärmschutzelemente, zumeist
an Verkehrswegen („Lärmschutzwände“
an Autobahnen usw.). Für den Schutz des Inneren
eines Gebäudes muss beim Bau des Gebäudes
selbst Sorge getragen werden.
Entstehung und Ausbreitung von Schall:
In einer Geräuschquelle werden Schwingungen
erzeugt, die sich in den umgebenden Medien (z.B.
Luft, Wasser oder feste Stoffe) ausbreiten. Wenn
die Wellen dann wieder auf eine Membran treffen,
z.B. auf unser Ohr, dann wird diese wieder als Geräusch
wahrgenommen. Je dichter das Medium, in dem sich
der Schall ausbreitet ist, desto stärker werden
die Schwingungen absorbiert, andrerseits breiten
sie sich auch schneller aus. Schwimmer in offenen
Gewässern kennen das Phänomen, wenn ein
Motorboot in der Nähe fährt: Über
Wasser hört man das Boot in der Nähe lauter
und wenn es weiter weg ist leiser, aber man hört
es noch in ziemlich weiter Entfernung. Unter Wasser,
im dichteren Medium hört man das Boot lauter,
es scheint viel näher zu sein. Wenn es sich
aber entfernt, dann hört man früher als
in der Luft nicht mehr. Das dichtere Medium Wasser
leitet die Schallwellen zwar schneller, absorbiert
sie aber früher.
Schallmessung und Empfindung:
Gemessen wird der Lärm in Dezibel (dB). Ein
Sprung um 10 dB vermittelt den Eindruck, dass sich
die Lautstärke verdoppelt hat, eine Änderung
um 1 dB ist hingegen kaum hörbar. Das Geräuschempfinden
hängt aber auch vom Grundgeräuschpegel,
jener Geräuschkulisse, die uns Tag und Nacht
umgibt, ab. Geräuschen, die um 10 dB über
diesem Grundgeräuschpegel liegen, gelten als
unangenehm. Bzw. unzumutbar. Die Schmerzgrenze ist
bei 120 dB erreicht.
Bei der Planung von bewohnten Gebäuden muss
auf diese Gegebenheiten Rücksicht genommen
werden. Schlaf und Wohnräume werden im Normalfall
so geplant, dass sie in dem, dem Lärmerreger
abgewandten Teil des Hauses liegen. Dazu kommt noch
der bauliche Lärmschutz gegen Schallübertragung
von außen und innerhalb des Gebäudes.
Masse des Bauteiles ist wesentlicher Schalldämmfaktor:
Das Diagramm zeigt sehr deutlich, dass die Schalldämmung
mit der flächenbezogenen Masse deutlich zunimmt,
schwerere Stoffe dämmen also wesentlich besser.
Normen bringen Sicherheit im Schallschutz
Die Empfehlungen in der ÖNORM B 8115-2 bringen
bei der Bemessung des Schallschutzes weitgehende
Sicherheit der Planung, vor allem auch in Hinblick
auf zunehmend Europäisch beeinflusste Richtlinien
der Bauordnung. Der Nachweis eines entsprechenden
Schallschutzes fällt in die Kompetenz von einschlägig
berechtigten Ziviltechnikern oder Sachverständigen
wie Baumeistern.
Hinweise für den Schallschutz aus der
Praxis von Experten:
Lärmschutz im Bau
| • |
|
Massive Baustoffe für tragende
Bauteile
Massive Baustoffe haben große Masse und
haben daher beste Voraussetzungen für optimalen
Schallschutz. |
 |
| • |
|
Schwere Bauteile dämpfen
Schallschwingungen
Schwere Bauteile verbrauchen für die Weiterleitung
von Schall viel Energie und dämpfen daher
die Übertragung sehr gut. Allerdings leiten
sie den Schall sehr schnell weiter, die Schallquelle
erscheint daher näher (Beispiel: Bootsgeräusche
beim Tauchen oder Schwimmen mit Kopf unter Wasser) |
 |
| • |
|
Leichtere Bauteile schalltechnisch
von tragenden Teilen trennen.
Leichte Bauteile sollten erst gar nicht erst
von Körperschallschwingungen erreicht werden.
Sie würden diese sehr gut weitergeben.
Abhilfe gegen die „ungebremste“
Weiterleitung bringen mehrschalige Bauweisen
in entsprechenden Konstruktionen. |
 |
| • |
|
Öffnungen (auch kleinste)
vermeiden
Luftschall wird durch jede – und sei sie
auch noch so kleine – Öffnung übertragen.
Sie kennen sicher das Experiment, wie man mit
Trichtern und einem Gartenschlauch Sprache übertragen
kann? |
Planungs- und Herstellungsgrundsätze:
| • |
|
Kompakte, möglichst große
Einheiten zusammenfassen - Mehrfamilienhaus |
 |
| • |
|
Konsequente konstruktive Trennung
von Bauteilen – Reihenhaus getrennt durch
Doppelwand |
 |
| • |
|
Kraftschlüssige Ausbildung
von Knoten und Kreuzungspunkten
Schwingungsenergie kann gut an angrenzende,
ebenfass massive, schwere, gut Schall schluckende
Teile verteilt werden |
 |
| • |
|
Möglichst biegesteife Gestaltung
von tragenden Bauteilen
Die Bauteile sind dadurch och schwerer in Schwingung
zu versetzen |
 |
| • |
|
Vermeidung der Anregung großer Wand
oder Deckenflächen Über oder
unter Wand soll wieder Wand stehen! |
 |
| • |
|
Vermeidung direkter Schallanregung
von Massiven Bauteilen
Schallquellen (z.B. Lautsprecher) schwingungstechnisch
von Bauteil trennen, dadurch keine Übertragung
von Körperschall auf den Bauteil |
 |
| • |
|
Schalltechnische Trennung von Bauteilen optimieren
Dämmplatten, elastische Unterlagen, dauerelastische
Fugend oder entsprechende Montagehilfen trennen
unvermeidlich mit Schall angeregte Bauteile
(z.B. Estrich, Stiegenlauf, Fliesen) von den
massiven Bauteilen |
 |
| • |
|
Schalltechnische Optimierung des
Haustechnikbereiches
Einsatz schalltechnisch richtiger Materialien
auch im Bereich der Haustechnik beachten! |
Schallschutz schon im Bauvertrag berücksichtigen
| • |
|
Schallschutz ist in allen Bauordnungen
und in vielen Förderrichtlinien geregelt |
 |
| • |
|
Die einschlägige ÖNORM
ist die ÖNORM B 8115 Teil 1 bis 4 |
Zusammenfassung des Praktikers:
| • |
|
Wirksamer Schallschutz ist im
Massivbau vergleichsweise leicht zu erzielen |
 |
| • |
|
Wenige Grundregeln sichern wirksamen
Schallschutz im Massivbau |
 |
| • |
|
In allen Bauphasen (von der Planung
bis zum Ausbau) können diese Grundregeln
beachtet werden und den Schallschutz sichern |
 |
| • |
|
Die Sicherstellung des Schallschutzes
ist in keiner anderen Bauweise so leicht möglich,
wie im Massivbau |
|
| |
|
|
|
|
TOP |
| |
|
|
Speichermasse |
|
Sommerlicher Wärmeschutz
In Österreich gibt es seit 1989 eine Norm, nach
der die Vermeidung der sommerlichen Überwärmung
nachgewiesen werden kann. Dabei wird die thermische
Trägheit eines Raumes – vorzüglich
des ungünstigsten Raumes – berechnet und
dann in Abhängigkeit von Lüftungsmöglichkeiten
und Immissionsflächen mit Anforderungen verglichen.
Diese Anforderungen basieren auf einem ausgewählten
Sommerklima, das für Österreich ein statistisches
Maximum darstellt, und der Annahme, dass Menschen
grundsätzlich an Wohlbefinden verlieren, wenn
die Lufttemperatur über 27°C ansteigt. Allerdings
setzt die Norm auch voraus, dass jedenfalls Lüftung
auch zu einem Zeitpunkt stattfindet, wo dies überhaupt
sinnvoll ist – also in den kühleren Nachstunden
-, und dass allenfalls innerhalb des Nachweises verwendete
Abschattungseinrichtungen auch während der Immissionszeit
in Verwendung kommen.
Für einen rechnerischen Nachweis ist der ungünstigste
Raum aus der Sicht der sommerlichen Überwärmung
zu suchen. Es ist dies naturgemäß einer
jener Räume, der eine große Immissionsfläche
besitzt und im Verhältnis dazu wenig Speichermasse
aufweist. Bei der Berechnung des Heizwärmebedarfes
von Gebäuden können auch Gewinne in Rechnung
gestellt werden. Gewinne infolge solarer Strahlung
fallen jedoch nicht immer dann an, wein sie aus energetischer
Sicht erwünscht sind. Auf Grund der thermischen
Trägheit von massigen Bauteilen im Gebäude
stellt sich eine Verschiebung des Temperaturverlaufes
der Raumluft gegenüber der Außenluft ein.
Ist im Winter eine Speicherung allenfalls stattgefundener
solarer Immission wünschenswert, so gilt für
den Sommer ein umgekehrtes Bild. Dann sollen die Bauteilmassen
über die Nachtstunden auskühlen, um auf
darauffolgenden Tag wieder als Speichermasse gegen
die Raumlufterwärmung zufolge solarer Einstrahlung
zu wirken. |
| |
|
|
| |
|
TOP |
| |
|
|
| |
|
Wärmespeicherung
Wärmespeicherung darf nicht mit Wärmedämmung
verwechselt werden. Während die Wärmedämmung
mit zunehmendem Raumgewicht abnimmt, nimmt die Wärmespeicherung
zu. Eine gute Wärmespeicherung bewirkt:
• langsames Aufheizen der Räume
• langsames Auskühlung bei Heizungsunterbrechung
• geringe Temperaturschwankungen im Raum
• verzögerte Wärmeabgabe bei Sonnenbestrahlung
von außen
Die hohe Wärmespeicherung ist überall
dort erstrebenswert, wo Räume dauernd beheizt
werden, besonders wirksam aber auch bei Sonneneinstrahlung
im Sommer. Das langsame Aufheizen bewirkt, dass
sich die Räume während des Sommertages
nicht voll erwärmen und in der Nacht durch
die Wärmeausgabe der Wände nicht voll
auskühlen. Gerade in Dachgeschoßen wäre
eine gute Speicherfähigkeit wichtig und kann
dort wegen der aus statischen Gründen oft eingeschränkten
Ausbaulasten nicht immer erreicht werden. Eine geringe
Speicherfähigkeit ist hingegen bei allen Räumen
erwünscht, die nur eine kurze Benutzungsdauer
aufweisen und rasch aufgeheizt werden sollen.
Bauteile, die sich in einer Umgebung mit höherer
Temperatur befinden, haben das Bestreben, Wärme
aus der sie umgebenden Luft aufzunehmen. Wird während
dieses Vorgangs der Luft keine Wärme zugeführt,
so kühlt sie wegen der Wärmeabgabe an
den Bauteil ab. Wird die Luft erwärmt, so verringert
die Wärmespeicherung die Aufheizung bzw. verlangsamt
sie.
Die in den Bauteil eindringende Wärme wird
im Bauteil so lange gespeichert, wie die Umgebungstemperatur
größer als die Bauteiltemperatur ist.
Die speicherbare bzw. gespeicherte Wärmemenge
ist dabei abhängig vom WÄRMESPEICHERWERT
der Konstruktion und der Temperaturdifferenz zwischen
Bauteil- und Lufttemperatur. Werden zwischen der
Wärme abgebenden Luft und der Wärme speichernden
Bauteilschicht Wärmedämmschichten angeordnet,
so verringert sich die Wärmspeicherfähigkeit
dadurch, dass nur noch die geringere Temperaturdifferenz
zwischen Dämmschicht und Wärmespeicherschicht
wirksam wird. Bei diesen Bauteilen verändert
sich als die Wärmespeicherfähigkeit je
nach Richtung des Wärmestromes. Es ergibt sich
dadurch eine unterschiedliche innere und äußere
Wärmespeicherfähigkeit. |
| |
|
|
|
|
|
| |
|
 |
| |
|
Abbildung 010.4-01: Wärmeaufnahme
und –abgabe (schematisch) |
| |
|
|
| |
|
|
| |
|

Abbildung 010.4-02: Wärmeträgheit [25] |
| |
|
|
|
|
Bisher nicht erwähnt und bewertet
wurde die Frage, wie schnell die Speicherfähigkeit
eines Bauteils erschöpft ist. Es leuchtet ein,
dass eine optimale Raumklimabeeinflussung nur dann
stattfindet, wenn die beschriebene Wärmeaufnahme
und Wärmeabgabe im Gegentakt zur Aufheizung/Auskühlung,
also zum Beispiel im Tag-Nacht-Rhythmus, erfolgt. |
| |
|
|
| |
|

Abbildung 010.4-03: Temperaturamplitudendämpfung
und Phasenverschiebung [25] |
| |
|
|
| |
|
Neben der Wärmespeicherfähigkeit
des Bauteils ist daher dessen WÄRMEBEHARRUNGSVERMÖGEN
oder WÄRMETRÄGHEIT von Belang. Diese Eigenschaft
gibt Aufschluss darüber, wie schnell die Wärme
in den Bauteil eindringen kann. Sie ist also abhängig
von der WÄRMEEINDRINGZAHL. Dieses steigt sowohl
mit wachsender Wärmeleitzahl als auch mit der
Dichte des Materials. Berührt man z.B. eine Stahlplatte
und einen Wärmedämmstoff mit der bloßen
Hand, dann ist die empfundene Temperatur der Stahlplatte
viel niedriger als die des Wärmedämmstoffes,
auch wenn beide Gegenstände die gleiche Temperatur
der Stahlplatte viel niedriger als die des Wärmedämmstoffes,
auch wenn beide Gegenstände die gleiche Temperatur
aufweisen. Besonders Wärmedämmstoffe und
andere Materialien mit einer kleinen Wärmeleitfähigkeit
zeichnen sich durch eine geringe Wärmeindringzahl
aus. Speicherwirksame Masse –
vereinfachte Berechnung
Grundsätzlich ist es relativ einfach, die thermische
Trägheit von Bauteilen zu berechnen. Es bedarf
nur der Lösung der instationären Wärmeleitungsgleichung
für eine gewisse Periode im eingeschwungenen
Zustand. Basierend auf Europäischen Normen geschieht
dies in der ÖNORM EN ISO 13786 [135] unter Miteinbeziehung
der Übergangswiderstände als Speicherkapazität
von Bauteilen.
Die spezifische Wärmekapazität ist eine
der wenigen Stoffparameter, für die noch keine
Normprüfung besteht, obwohl eine Fülle von
Literaturwerten vorhanden ist. In [71] ist ein einfaches
Verfahren ausgearbeitet worden. Der zeitliche Temperaturverlauf
(t)
in einem Material, welches bei der Temperatur a
konditioniert wurde und in ein Wärmebad b
getaucht wird, lässt sich dann Formel (010.4-01)
ausdrücken, wobei
die Wärmeleitfähigkeit,
die Rohdichte und c die spezifische Wärmekapazität
ist. Misst man diesen Temperaturverlauf, kann durch
Iteration die Unbekannte spezifische Wärmekapazität
ermittelt werden. |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
In den Bildern 010.2-35 bis 37 des Farbteiles
in Kop. 010.2 sind der Eintauchvorgang und die Temperaturentwicklung
in idealisierten Materialprismen mit verschiedenen
spezifischen Wärmekapazitäten und gleichen
Rohdichten undm Wärmeleitfähigkeiten abgebildet.
Die ÖNORM B 8110-3 [71] verwendet eben diesen
Berechnungsalgorithmus, vernachlässigt aber die
Übergangswiderstände und rechnet nach Erhalt
der Speicherkapazität unter nachfolgenden Annahmen
in Speichermassen um: • Annahme der
spezifischen Speicherkapazität mit 0,5 kJ / (kgK)
für metallische, mit 1,0 kJ / (kgK) für
mineralische und 1,5 kJ / (kgK) für organische
Baustoffe. • Berücksichtigung von maximal
der Hälfte der Bauteildicke (z.B. werden bei
16 cm dicken Bauteilen nur 8 cm berücksichtigt),
maximal 10 cm (z.B. werden bei 30 cm dicken Bauteilen
nur 10 cm berücksichtigt) oder maximal bis zur
ersten Dämmstoffschicht (z.B. werden bei einem
Fußbodenaufbau nur der Trockenstrich oder der
Betonestrich bis zur Trittschalldämmschicht berücksichtigt).
• Die so zu berechnende Speicherkapazität
d •
• c wird anschließend mit der Referenz-Speicherkapazität
co=1046,7 J / (kg • K)
in Speichermassen umgerechnet.
Ein exaktes Verfahren ist der ÖNORM ISO EN 13786
[135] zu entnehmen, wo auch die Grenzen der vereinfachten
Methode aufgezeigt sind. |
| |
|
|
|
|
|
| |
|

Beispiel 010.4-01: Vereinfachte Berechnung der
speicherwirksamen Masse – Stahlbeton

Beispiel 010.4-02: Vereinfachte Berechnung der speicherwirksamen
Masse – Vollziegel 
|
| |
|
|
|
|
|
| |
|
Speicherwirksame Masse –
Exakte Berechnung
Die exakte Berechnung der thermischen Trägheit
von Gebäuden oder Räumen nach der ÖNORM
EN ISO 13786 [134] erfordert erheblichen mathematischen
Aufwand. Grundsätzlich ist bei den folgenden
Betrachtungen von so genannten eingeschwungenen Zuständen
auszugehen, die sich hinsichtlich der Temperatur und
des Wärmestromes durch folgende beide Ansätze
zusammenfassen lassen [18]:
Ansatz für die Beschreibung der Temperatur im
einge-schwungenen Zustand: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Ansatz für die Beschreibung des
Wärmeflusses im eingeschwungenen Zustand: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Als Periode dient jedenfalls ein Tag.
Abweichungen davon sind durchaus denkbar, sobald von
Nutzungsabständen auszugehen ist. Beispielweise
war es früher üblich die thermische Trägheit
von bestimmten Gebäuden für die Periode
von 72 Stunden zu berechnen, um die Periode eines
Wochenendes zu simulieren.
Definition der Kreisfrequenz für die Periode
eine Tages: |
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Definition der harmonischen thermischen
Leitwände Lmn im eingeschwungenen
Zustand: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Definition der Wärmekapazität: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Definition des flächenbezogenen
thermischen Leitwertes eines ebenen Bauteiles: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Definition der flächenbezogenen
Wärmekapazität eines ebenen Bauteiles: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Definition des allgemeinen Dekrementfaktors: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Definition der periodischen Eindringtiefe: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Definition der Übergangsmatrix: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Festlegung des Verhältnisses aus
Schichtdicke und Eindringtiefe: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Festlegung der Schichtmatrixelemente: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Definition der Übergangsmatrix
einer Luftschicht: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Definition der Übergangsmatrix
eines Wärmeüberganges: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Berechnung der Bauteilmatrix (Multiplikation
sämtlicher Schichtmatrizen): |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Berechnung des flächenbezogenen
thermischen Leitwertes (Admittanz) an der Innenseite
und der Außenseite: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Berechnung des periodischen thermischen
Leitwertes (Konduktanz) an der Innenseite und der
Außenseite: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Berechnung des Zeitfaktors für
den thermischen Leitwert: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Berechnung der Wärmkapazitäten
an der Innenseite und der Außenseite: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Berechnung des Dekrementfaktors: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Berechnung des Zeitfaktors für
das Dekrement: |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
|
|
Gewinne
Die ÖNORM EN 832 [120] gibt auch Angaben über
die Berücksichtigung von maschinellen Lüftungssystemen
mit und ohne Wärmerückgewinnung bzw. von
intermittierender Heizung. Diesen Verlusten wird der
Gesamtwärmegewinn Qg gegenübergestellt,
und zwar als Summe der internen Wärmegewinne
Qi und der solaren Wärmegewinne Qs. |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
|
|
Gemäß ÖNORM B 8110-1
[63] können für interne Gewinne auf Grund
von Personenwärme 90 W/Person angenommen werden.
Für interne Gewinne auf Grund sonstiger Wärmequellen
sind in Wohngebäuden 3 W/m² Bruttogeschoßfläche
bzw. in Bürogebäuden 5 W/m² Bruttogeschoßfläche
ansetzbar. Selbstverständlich können abweichen
dazu höhere Gewinne bei entsprechendem Nachweis
in Rechnung gestellt werden, allerdings sollte der
jährliche Betrag 15 kWh/m² nur mit entsprechender
Begründung überschreiten.
Zur Ermittlung der solaren Wärmegewinne sind
in Abhängigkeit der Orientierung, der Fläche,
der Verschattung, des Rahmenanteiles, allfälliger
Sonnenschutzeinrichtungen und des Gesamtenergiedurchlassgrades
alle transparenten Teile der Gebäudehülle
in Rechnung zu stellen. Dazu ist die Gesamtenergie
der Globalstrahlung in Abhängigkeit von deren
Orientierung mit der so ermittelten wirksamen Kollektorfläche
zu multiplizieren und über alle transparenten
Flächen zu summieren. Wirkungsgrad
Wie bei allen wärmetechnischen Prozessen können
auch hier die Gewinne nicht in vollem Umfang in Rechnung
gestellt werden, sondern nur unter Berücksichtigung
eines Wirkungsgrades . |
| |
|
|
| |
|

Tabelle: 010.2-08: a0 und 0 |
| |
|
|
| |
|
Darin beschreibt die Zeitkonstante
=C/L die thermische Trägheit des Gebäudes,
wobei C die wirksame Speicherfähigkeit der betrachteten
Temperaturzone (des Gebäudes) und L deren (dessen)
Gesamt-Leitwert ist. Die Berechnung der Speicherfähigkeit
der einzelnen Bauteile erfolgt gemäß ÖNORM
EN ISO 13786 [134]. Die thermische Trägheit ergibt
sich als Summe aller Produkte aus den errechneten
Speicherfähigkeiten der Bauteile multipliziert
mit ihren wirksamen Flächen. Werden Programme
zur Ermittlung von speicherwirksamen Massen zur Berechnung
der Speicherkapazität herangezogen, sind jeweils
als die äußerste und innerste Schicht die
Wärmeübergangswiderstände einzugeben.
Über die Normspeicherkapazität c0=1046,7
J / (kgK) lässt sich aus der errechneten speicherwirksamen
Masse in kg/m² leicht die Speicherfähigkeit
in J/m²K errechnen. Für die Werte a0
und 0
sind je nach Berechnungsverfahren gemäß
ÖNORMEN EN 832 folgende Werde zu verwenden: |
| |
|
|
| |
|

Tabelle: 010.2-08: a0 und 0 |
| |
|
|
| |
|
In der ÖNORM EN 832 [120] wird
für eine Reihe von Spezialfällen eine Berechnungsanleitung
gegeben, wobei insbesondere der Anhang A einen Weg
aufzeigt, wie die Berechnungsmethoden auf Bestandsobjekte
anwendbar sind. Dabei wird auch der Versuch unternommen,
den sehr fragwürdigen Zusammenhang zwischen Energiebedarf
und Energieverbrauch zu beleuchten. Mit allen diesen
Ergebnissen ist es nun möglich, den Heizwärmebedarf
Qh zu berechnen. |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
| |
|
Verfahren
Grundsätzlich gib es zwei Arten der Bilanzierung:
• Heizperiodenbilanzverfahren •
Monatsbilanzverfahren
Liegt für das Heizperiodenbilanzverfahren von
vorne herein die Anzahl der Heizgradtage fest, so
gibt es beim Monatsbilanzverfahren die Möglichkeit,
die tatsächliche Heizperiode insofern zu verkürzen,
als bei besserer wärmeschutztechnischer Ausstattung
des Gebäudes entsprechend später der Beginn
bzw. entsprechend früher das Ende der Heizperiode
eintritt. Daher ist für die Zukunft dem Monatsbilanzverfahren
klar Vorrang einzuräumen. Anforderungen
Die derzeit teilweise noch gültigen Anforderungen
der Bundesländer, die sich auf U-Werte der einzelnen
Bauteilkategorien beziehen, werden in Kürze,
wie bereits aus Wohnbauförderung bekannt, einem
Anforderungsszenario aus den Energiekennzahlen weichen. |
| |
|
|
|
|
|
| |
|
TOP |
| |
|
|
|
|
|
| |
|
|
Energieeffizienz
und Wärmedämmung |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
Sicherheit |
|
Bauen mit Holzspan-Mantelsteinen
und –Dämmplatten = Sicherheit bei Erdbeben
Wie sicher sind unsere Gebäude ?
Das Erdbeben in den frühen Morgenstunden des
11. Juli 2000 rückte diese Frage schlagartig
in den Mittelpunkt, obwohl die Intensität von
Erdbeben in Österreich im allgemeinen gering
ist. Dennoch waren bereits die Erdbeben in den Jahren
1972 im Raum SEEBENSTEIN, vor allem aber das katastrophale
Erdbeben am 6. Mai 1976 in FRIAUL (Italien) aufgrund
der auch in Österreich zu verzeichnenden Auswirkungen
der Anlaß, sich in Österreich intensiver
mit den Themen „Erdbeben“ und „Erdbebensicheres
Bauen“ auseinanderzusetzen.
Das Erdbeben in unserem südlichem Nachbarland
Italien zeigte nämlich, daß in erster
Linie Gebäude in vermauerten (vermörtelten)
Bauweisen aus Ziegeln zerstört oder beschädigt
wurden, während hingegen Gebäude in Mantelbeton-Bauweise
oder Skelettbauten mit steifen Ausfachungen selbst
im Zentrum des Erdbebengebietes nur leichte Schäden
aufwiesen.
Dies war für den Arbeitskreis „Naturbaustoffe
- Holz-Mantelbeton“ der Anlaß, die Erdbebensicherheit
von Gebäuden genauer zu untersuchen.
Von der Technischen Universität GRAZ und dem
Kärntner Erdbebenexperten und Zivilingenieur
für Bauwesen Dipl.-Ing. Peter SCHALLASCHEK
wurde ein Versuchsprogramm entwickelt, bei dem geschoßhohe,
2,50 m breite Wandscheiben jenen Belastungen ausgesetzt
wurden, die in einem Gebäude im Erdbebenfall
an einer zwischen Öffnungen liegenden Wandscheibe
auftreten. Dies sind vor allem horizontale Belastungen,
wobei die Schubfestigkeit des Mauerwerks auf die
Probe gestellt

In einem sogenannten Schubrahmen wurden die Prüfkörper
unter vertikaler Last (Druck) und variabler, horizontaler
Schubkraft mit auf und abschwellender Intensität
bis zum Bruch belastet.
Die Mantelstein-Mauerwerksprüfkörper
zeigten hinsichtlich ihres Tragverhaltens klassische
Scheibenwirkung und zeichneten sich durch besondere
Zähigkeit (Duktilität), bzw. eine starke
interne Dämpfung aus, die Aufschaukelungen
entgegenwirkt und einen Teil der Erdbeben-energie
schluckt; dies ist darauf zurückzuführen,
daß der Füllbeton in den Holzspan-Mantelsteinen
und –Dämmplatten ein vielfach ausgesteiftes,
geschlossenes Gittersystem, bzw. eine kompakte Scheibe
bildet..
| Wand-Längsschnitt |
Wand-Querschnitt
|
 |
 |
| Wand-Waagschnitt |
 |
 |
Abb. 3 : Struktur von Mantelsteinwänden
Bei den mit Netzarmierung armierten Prüfkörpern
wurde eine beachtliche Steigerung der Duktilität
um 50% erzielt, wodurch diese nicht bis
zu einem sichtbaren Bruch belastet werden konnten
Ziegel-Mauerwerksprüfkörper zeigten hinsichtlich
ihres Tragverhaltens nur geringe Scheibenwirkung.
Die tragischen Erdbebenereignisse in der Türkei
und in Griechenland im Jahre 1999 waren für
den Arbeitskreis „Naturbaustoffe –
Holz-Mantelbeton“ neuerlich Anlaß,
an Hand der aufgetretenen Zerstörungen und
Schäden die im Jahre 1992 durchgeführte
Forschungsarbeit über „Erdbebensicherheit
von Mauerwerk“ zu überprüfen und
gegebenenfalls neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Deshalb haben Dipl.-Ing. SCHALLASCHEK und Dipl.-Ing.
RADHUBER im Auftrag des Arbeitskreises „Naturbaustoffe
– Holz-Mantelbeton“ und des VÖB-Verbandes
österr. Beton- u. Fertigteilwerke das osteuropäische
Erdbebengebiet bereist und dabei folgendes festgestellt
:
Massive Zerstörungen und Schäden
traten vor allem bei vermörtelten Mauerwerksbauten
und Skelettbauten mit „weichen“ Ausfachungen
auf.
Mantelbetonbauten und Skelettbauten mit ausreichend
dimensionierten und armierten Scheiben wiesen nahezu
keine Schäden auf.
Damit wurden die Ergebnisse der Forschungsarbeit
„Erdbebensicherheit von Mauerwerk“ (1992)
überzeugend bestätigt.
Die Erkenntnisse aus der Forschungsarbeit wurden
auch bei der Neufassung der ÖNORM B 4015-1
– „Belastungsannahmen im Bauwesen –
Erdbebeneinwirkungen“ berücksichtigt,
die 1997 auf Basis der Europäischen Norm ENV
1998 – „EUROCODE 8 – Maßnahmen
und Bemessungsregeln zur Ermittlung der Erdbebenbeanspruchbarkeit
von Tragwerken“ grundlegend überarbeitet
wurde.
Diese ÖNORM hat folgende Zielvorstellungen
:
| 1. |
|
Bauwerke müssen schwache
Erdbeben ohne Schäden überstehen |
 |
| 2. |
|
An Bauwerken dürfen nur solche
Schäden entstehen, welche die Gebrauchstauglichkeit
nicht wesentlich beeinträchtigen. |
 |
| 3. |
|
Um auch einen begrenzten Schutz
vor größeren Erdbebeneinwirkungen
zu bieten, ist ein duktiles Verhalten
des Bauwerks erforderlich.
Je mehr plastische Verformungsreserven vorhanden
sind, desto geringer ist die Gefahr
eines totalen Bauwerkseinsturzes. |
Die Berechnungen basieren dabei auf einer Erdbebenbelastung,
die mit 90 % Wahrscheinlichkeit innerhalb von 50
Jahren nicht überschritten wird. Aufgrund der
Erdbebenforschung in den letzten Jahrzehnten ergeben
sich in der neuen ÖNORM für zahlreiche
Gebiete, wie z.B. in Wien, deutlich höhere
Werte der Seismischen Belastung als bisher
angenommen.
Auch unter Beachtung dieser wesentlich verschärften
Anforderungen sind in erster Linie Wände
aus Holzspan-Mantelsteinen und -Dämmplatten,
sowie Skelettbauten mit ausreichend dimensionierten
und armierten Scheiben für die Ausführung
von erdbebensicheren Gebäuden bestens geeignet.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
TOP |
| |
|
|
Wertehaltung |
|
|
|
|
|
Flexibilität,
Umbaufähigkeit |
|
|
|
|
|
Recycling |
|
|
|
|
|
Environmental
Product Declaration (Lebenszyklus) |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
| |
|
|
|
|
|